|
| |
Die meisten Waldorfschulen praktizieren in Form der Jahresarbeit eine eigene Waldorfabschlussprüfung, allerdings kommt dieser im Vergleich mit den anderen Schulabschlüssen kaum Gewicht zu. Das zentrale pädagogische Anliegen, die Fähigkeit zum selbstständigen Lernen zu entwickeln, gerät unter dem Druck nahender Abschlüsse (in Form ergebnisorientierter Wissensprüfungen) zur Marginalie. Das Dilemma hat Tradition. Das "Leitbild Waldorfgymnasium" scheint längst Teil des eigenen Selbstverständnisses geworden zu sein. Als besondere Form einer neuen Lern- und Arbeitskultur hat sich in den letzten Jahren (insbesondere in Österreich) die so genannte Direkte Leistungsvorlage (auch Portfoliomethode genannt) erwiesen, die eine Art "kopernikanischer Wende" in der Leistungsbeurteilung einläuten könnte. Rüdiger Iwan zeigt in seinem Buch nicht nur auf, dass sich dieses neue Konzept bereits im Ansatz der Jahresarbeit verbirgt, er gibt zugleich eine praxisnahe Einführung in die Arbeit mit Portfolio für die Unter-, Mittel- und Oberstufe der Waldorfschule. Portfolio bezeichnet den Ansatz, die eigenen Leistungen in einer Mappe zu dokumentieren und damit für Andere sichtbar und direkt beurteilbar zu machen. Dabei lernen alle, die daran beteiligt sind. Grundsätzlich geht es nicht mehr um die Frage, welche Note einer vorzuweisen hat, sondern darum, was der Einzelne kann. Und das darf und soll er nun zeigen!
Iwan, Rüdiger
|
|